Die aktuelle Eskalation der saudisch-iranischen außenpolitischen Konflikte birgt eine direkte Sicherheitsgefahr für Saudi-Arabien. Am 04. November 2017 fing das saudische Militär eine im Jemen gestartete ballistische Rakete in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Riad ab. Da diese Rakete nachweislich aus dem Iran nach Jemen geliefert wurde, beschuldigt die saudische Regierung den Iran einer direkten Aggression. Die saudisch-geführte Militärkoalition schnitt den Jemen zeitweise von jeglichen Außenverbindungen per Land, Luft und See ab, was zu einer weiteren Zuspitzung des Konfliktes führte.

„Eine weitere Eskalierung des Konfliktes zwischen Saudi Arabien und Iran könnte zu einer Destabilisierung der Region führen.“

Streit um Einfluss im Libanon

Parallel zu diesen Ereignissen trat am 04. November der von Saudi-Arabien unterstützte libanesische Premierminister Saad Hariri während eines Aufenthaltes in Riad überraschend zurück. Saudi-Arabien sowie einige weitere Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrates forderten am 09. November ihre Staatsbürger auf, den Libanon zu verlassen. Diese Entwicklung im sunnitisch-schiitischen Regionalkonflikt hat Sorgen über eine Eskalation geweckt, die sich auch in Saudi-Arabien selbst niederschlagen könnte.

Auswirkungen auf die Sicherheit im Land

Obschon sich die saudische Raketenabwehr bei der Zerstörung im Jemen gestarteter Raketen als effektiv erwiesen hat, ist im Fall verstärkter Angriffe auch eine direkte Gefährdung von Reisenden auf saudischem Territorium möglich. Auch bei Terroranschlägen schiitischer Militanter in Saudi-Arabien können Zivilisten zu Schaden kommen.

Photo credit: Stefan Krasowski