Der Konflikt in Nicaragua über den kontroversen Präsidenten Daniel Ortega zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung. Zwei Wochen nachdem Anhänger der Opposition 30 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Managua in Masaya den Bürgermeister und andere Vertreter der sandinistischen Regierungspartei verjagten und die Stadt zu „befreitem Territorium“ erklärten, kam es am 19. Juni zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei sowie regierungstreue Schlägertrupps und bewaffneten Demonstranten. Sechs Menschen starben in den Gefechten; laut Menschenrechtsorganisationen nähert sich die Zahl der Toten seit Mitte April nun der 200, zusätzlich zu tausenden Verletzen.

„Es besteht weiterhin ein hohes Risiko, dass intensivierte Kampfhandlungen in den Straßen Nicaragua tiefer ins Chaos stürzen.“

Dieser Vorfall stellt eine weitere Eskalation in der Welle ziviler Unruhen dar. Der kürzlich erfolgte Aufruf der höchst unbeliebten Regierung, die Gewalt einzustellen, wird unter den Demonstranten kaum Gehör finden. Es herrscht Einigkeit darüber, dass die andauernde Gewalt vielmehr von der Polizei und regierungstreuen paramilitärischen Gruppen ausgeht. Zu den drastischen Mitteln, die der Regierung vorgeworfen werden, gehören scharfe Munition, der Einsatz von Scharfschützen bei friedlichen Demonstrationen, Entführungen sowie Drohungen gegenüber der Bevölkerung.

Es kreisen Gerüchte, dass Ortega vorgezogenen Neuwahlen Anfang 2019 zustimmen wird, jedoch ist es fraglich, ob die Bevölkerung einem solchen Zugeständnis oder anderen vermeintlichen Fortschritten glauben wird und demobilisiert. Die voraussichtliche Ankunft von internationalen Beobachtern am 26. Juni könnte die Lage zu einem gewissen Grad beruhigen, vorausgesetzt, sie werden ins Land gelassen, jedoch besteht weiterhin ein hohes Risiko, dass intensivierte Kampfhandlungen in den Straßen Nicaragua tiefer ins Chaos stürzen.

 


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Photo credit: Voice of America