Die Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel steigen erneut. Zum wiederholten Mal sorgt die kriegerische Rhetorik von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas oberstem Führer, Kim Jong-un, weltweit für Sorgen vor einer militärischen Eskalation

„Mit jeder neuen Eskalation steigt die Gefahr, dass es zu einem militärischen Konflikt kommen könnte.“

Säbelrasseln

Neben den ausufernden persönlichen Beleidigungen zwischenbeiden Staatsoberhäuptern wertet Pjöngjang einen am Sonntag verfassten Tweet von US-Präsident Trump offenbar als Kriegserklärung und leitet daraus das Recht ab, US-Kriegsflugzeuge in Grenznähe künftig auch dann abschießen zu können, wenn diese sich über internationalem Luftraum befinden. Das Weiße Haus hat den Vorwurf als absurd verworfen, hält sich eine militärische Option im Konflikt mit Pjöngjang aber explizit offen. Am Samstag flogen strategische Bomber und Kampfjets der USA näher entlang der nordkoreanischen Grenze als je zuvor. Nordkorea hat daraufhin seine Verteidigungsfähigkeit entlang der Ostküste erhöht.

Eskalationsspirale

Ein Ende der Eskalationsspirale ist derweil nicht in Sicht. Seit Juli hat Nordkorea zwei Interkontinentalraketen getestet, Mittelstreckenraketen über japanisches Territorium hinweg ins Meer geschossen und Anfang September nach eigenen Angaben erfolgreich einen Test mit einer Wasserstoffbombe durchgeführt. Zuletzt drohte Pjöngjang mit der Detonation einer weiteren Wasserstoffbombe im Pazifik. Zwar scheinen beide Seiten – nicht zuletzt aufgrund der unkalkulierbaren Kosten – eine kriegerische Auseinandersetzung weiterhin vermeiden zu wollen. Doch mit jeder neuen Eskalation wächst die Gefahr, dass es zu einem militärischen Konflikt und damit zu einer massiven Bedrohung für Mitarbeiter und Liegenschaften in Südkorea und Japan kommen könnte.