Am 08. und 09. Oktober kündigten die USA und die Türkei massive Einschränkungen bei der gegenseitigen Visavergabe an. Diese Maßnahmen, die eine neue Eskalation im politischen Konflikt zwischen dem NATO-Land und seinen amerikanischen und europäischen Verbündeten darstellen, können Reisen und Geschäftstätigkeiten direkt beeinflussen.
Beiderseits wurde die Erteilung von Visa für Kurzzeitaufenthalte einschließlich Geschäftsreisen gestoppt. US-Bürgern ist sowohl der Bezug elektronischer wie auch bei Einreise erteilter Visa verwehrt. Bei Reisen türkischer Staatsbürger in die USA und umgekehrt bleibt die Beantragung in einer Vertretung in einem Drittland eine Option.

„Die bröckelnde Partnerschaft mit Europa und den USA führt immer wieder zu Spontaneskalationen.“

Diplomatische Eskalation nach Festnahmen

Die Einschränkungen folgen auf die Verhaftung mindestens eines türkischen Mitarbeiters des amerikanischen Konsulats in Istanbul unter dem Vorwurf von Verbindungen zur Gülen-Bewegung. Strategische Entwicklungen wie der Vormarsch türkischer Truppen im syrischen Gouvernement Idlib könnten die Spannungen mit den USA und mit europäischen Staaten erneut verschärfen.

Auswirkungen auf Reisende und Unternehmen

Für Geschäftsreisende in die Türkei besteht ein hohes Risiko, direkt von spontanen diplomatischen Eskalationen oder rechtsstaatlichen Defiziten betroffen zu sein. Die Konsequenzen von Festnahmen oder Ausreisebeschränkungen wurden zuletzt durch hohe für deutsche Staatsbürger geforderte Haftstrafen illustriert. Da der Umgang mit Gefangenen seitens der türkischen Regierung mit politischen Absichten verbunden wird, ist eine weitere Zunahme der Verhaftungsrisiken jederzeit möglich.